Paul Hensel (1860-1930), noch 1994 im Diccionario de Filosofía mit einem eigenen Artikel bedacht, ist in Deutschland nahezu vergessen. Doch fasziniert noch heute, wie sich der Nachkomme Moses Mendelssohns trotz eines Augenleidens zum Kenner vieler Sprachen und Sachgebiete und zum Vermittler der philosophischen Gehalte literarischer Werke entwickelt. Als fesselnder Redner wirkt Hensel nicht nur an drei Universitäten, sondern auch in der Erwachsenenbildung bis fast an sein Lebensende. Die Herzlichkeit und Menschlichkeit des toleranten Konservativen, seine Vitalität und eine späte zweite Ehe, aus der zwei Töchter hervorgehen, verschaffen ihm den Ruf eines "Sokrates von Erlangen". Die Darstellung der Lebensumstände Paul Hensels, seiner Rolle im Kulturleben und seines Beitrags zu Philosophie- und Geistesgeschichte, Ethik und Religionsphilosophie liefert ein farbiges Bild dieser außergewöhnlichen Persönlichkeit, die der Vergessenheit zu entreißen sich lohnt.